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Mittwoch, 27.01.2010
Neues Konzept auf Erfolgskurs
Hand in Hand und auf kurzen Wegen will das St. Josefshospital Krefeld Uerdingen seinen hohen medizinischen und pflegerischen Standard weiter optimieren. Das interdisziplinäre Konzept spiegelt sich auch in der Arbeit der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, deren neuer Chefarzt Dr. med. Wilhelm-Ulrich Schmidt jetzt offiziell vorgestellt wurde. Der renommierte Mediziner und Experte auf dem Gebiet der Kolo-Proktologie setzt insbesondere auf eine enge Zusammenarbeit mit der Inneren Medizin des St. Josefshospitals.
KREFELD-UERDINGEN. Seit annähernd zwei Jahrzehnten bildet Krefeld den Lebensmittelpunkt von Dr. med. Wilhelm-Ulrich Schmidt, der nun die Leitung der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am St. Josefshospital übernahm. Der 49-Jährige arbeitete zuvor als Leitender Oberarzt am Klinikum Krefeld. Schmidt ist also kein Unbekannter in Stadt und Umland, und inzwischen hat er auch mehr als nur einen ersten Eindruck von seiner neuen Wirkungsstätte gewonnen: Die „große Nähe zu Patienten und Kollegen“ sagt dem Mediziner zu.
„Das St. Josefshospital ist überschaubar und das ist ein großer Vorteil, denn kurze Wege können erheblich zum Therapieerfolg und damit zur Genesung eines Patienten beitragen“, erklärt der neue Chefarzt. Kurze Wege führen beispielsweise von der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie zur Urologie, Gynäkologie und Inneren Medizin. Eine „sehr enge Zusammenarbeit“ zwischen den Abteilungen komme unmittelbar den Patienten zugute, betont Schmidt und nennt ein konkretes Beispiel: Wenn bei einer Darmspiegelung ein Kollege der Gastroenterologie auf einen Befund stößt, kann er sofort einen Chirurgen zu Rate ziehen.
Insbesondere bei der Diagnose und Behandlung von Tumorerkrankungen ermöglicht die Verzahnung von Viszeralchirurgie und Innerer Medizin eine bestmögliche Versorgung der Patienten auf Basis der aktuellen medizinischen Standards. So werden die individuell auf den jeweiligen Patienten zugeschnitten Therapien in einem interdisziplinären Tumorboard aus Gastroenterologen, Onkologen und Chirurgen diskutiert und mit dem Betroffenen nach eingehender Beratung entschieden.
Geringere Schmerzen und schnellere Eigenständigkeit – neue Schwerpunkte bringen Patienten viele Vorteile
Das Behandlungsspektrum der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie umfasst sämtliche Eingriffe des Verdauungstrakts, unter anderem bei Erkrankungen von Magen und Darm, Speiseröhre und Bauchspeicheldrüse sowie Leber. Bei Darm-OPs kommt in der postoperativen Phase das so genannte multimodale Fast-Track-Konzept zum Einsatz, dass unter anderem vorsieht, auf eine Unterbrechung der Nahrungsaufnahme zu verzichten und den Patienten nach dem Eingriff rasch wieder zu mobilisieren. Dies trage zu einer schnelleren Genesung des Betroffenen bei, so Schmidt.
Der Mediziner, der in Karlsruhe geboren wurde und nach seinem Studium in Marburg unter anderem in der Allgemein- und Unfallchirurgie des Universitätsklinikums in Düsseldorf tätig war, gilt als exzellenter Fachmann auf dem Gebiet der Kolo-Proktologie, die sich mit Erkrankungen von Dick- und Mastdarm sowie After befasst. Am St. Josefshospital will Schmidt gemeinsam mit seinem Team, darunter drei Oberärzten sowie fünf weiteren Medizinern, einen besonderen Schwerpunkt auf die Minimal-Invasive-Chirurgie (MIC) legen.
„Die ‚Schlüsselloch-Chirurgie“ kommt zum Einsatz, um für unsere Patienten die Erholung dank geringer Schmerzen zu verbessern und so eine schnellere Eigenständigkeit in der postoperativen Phase zu erreichen“, erläutert der Chefarzt. In den vergangenen Jahren habe die MIC einen stetigen Fortschritt verzeichnet und berge noch erhebliches Entwicklungspotenzial. Für Schmidts Team aus erfahrenen Ärzten und kompetenten Pflegern steht und fällt der Behandlungserfolg mit der persönlichen Wahrnehmung der Patienten von ihrem Klinikaufenthalt – diese sollen sich „menschlich bestens betreut und aufgehoben“ fühlen, wünscht sich der Chefarzt. Durch Transparenz und Offenheit wolle man Vertrauen schaffen und Zuspruch erzielen, gibt Schmidt die Devise vor.
26. Januar 2010



